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Timmendorfer Strand

Geografie

Die Gemeinde Timmendorfer Strand liegt 15 Kilometer nördlich von Lübeck direkt an der Ostseeküste. Nachbargemeinden sind Scharbeutz im Norden, Ratekau im Süden und Westen sowie Lübeck (Stadtteil Travemünde) im Osten. Der Strand an der Lübecker Bucht ist 6,5 Kilometer lang. Das Landschaftsbild um Timmendorfer Strand wird durch die Grundmoränen der letzten Eiszeit geprägt. Die Ablagerungen der Weichsel-Eiszeit schufen ein abwechslungsreiches, leicht hügeliges Relief mit vielen Seen. Der reizvolle Hemmelsdorfer See entstand aus einer von der Ostsee abgeschnittenen Förde. An seinem Grund befindet sich mit 43 Metern unter Meereshöhe der tiefste naturgeschaffene Punkt Deutschlands. Ein weiteres typisches Merkmal für das Landschaftsbild um Timmendorfer Strand sind die unter Naturschutz stehenden Knicks.

Geschichte

Das Gebiet der Gemeinde Timmendorfer Strand wurde bereits vor rund 2500 Jahren bewohnt, was ein 1976/77 geborgener Urnenfriedhof aus der Jastorfkultur im Gemeindeteil Groß Timmendorf bewies.

Der Ort wurde ca. 1260 erstmalig urkundlich erwähnt und entstand aus dem Bauerndorf Klein Timmendorf. Er entwickelte sich seit 1880 zum Seebad. Der Ortskern am Strand ist historisch gewachsen und erinnert noch an die Gründerzeit mit Gästehäusern und Villen. Der östliche Ortsteil Niendorf ist seit dem 14. Jahrhundert als Fischerdorf bekannt und ist ein staatlich anerkanntes Seeheilbad.

  • Bis zum Groß-Hamburg-Gesetz 1937 gehörte Timmendorfer Strand zum Fürstentum Lübeck / Land Oldenburg.

Das Zentrum von Timmendorfer Strand heute

  • Der Architekt Erich zu Putlitz plante die Trinkkurhalle inOstsee Ferienhaus 4mor Timmendorfer Strand den 1930er Jahren. Später wurde der Entwurf abgeändert und von dem Architektenbüro Dübbel erbaut. Die Renovierung erfolgte 1986 durch den ortsansässigen Architekten Stollei. In den letzten Jahren hat sich der Charakter Timmendorfer Strands vom Kurort hin zum Touristenort entwickelt.
  • Zur Zeit der Nationalsozialisten sollte in Timmendorfer Strand ein KDF-Seebad errichtet werden. Diese Pläne wurden allerdings nie umgesetzt.
  • 1942 warf ein britisches Flugzeug Bomben auf Niendorf. Ob es sich um einen Notabwurf handelte, ist unbekannt. Die letzten Blindgänger konnten 1962 beseitigt werden.
  • Von 1943 bis 1950 befand sich im Gemeindeteil Niendorf die Zigarettenfabrik Derwisch.
  • Im Gemeindeteil Timmendorf befand sich ab 1944 unter dem Tarnnamen Strandkoppel die Verwaltung der K-Verbände.
  • Die Gemeinde Timmendorfer Strand wurde 1945 durch die britische Militärregierung aus Groß Timmendorf, Klein Timmendorf, Hemmelsdorf und Niendorf – bis dahin Teile der Gemeinde Ratekau – gebildet.
  • Bei der Versenkung der Schiffe Cap Arcona und der Thielbeck in der Lübecker Bucht vor Neustadt fanden 1945 rund 7.000 Häftlinge des KZ Neuengamme den Tod. Die rund 800 in Timmendorfer Strand angeschwemmten Leichen wurden auf dem Waldfriedhof der Gemeinde beigesetzt.

Timmendorfer Strand gilt heute als eines der mondänsten Ostseebäder mit großem touristischem Angebot.

Wirtschaft und Infrastruktur

Die Wirtschaft in Timmendorfer Strand hing schon immer von auswärtigen Gästen ab. War die Gemeinde seit Ende des 19. Jahrhunderts ein Kurort, so lebt sie seit einigen Jahren hauptsächlich vom Tourismus. Produzierendes Gewerbe oder Industrie sind bis auf einen großen Lebensmittel produzierenden Betrieb nicht nennenswert vorhanden.

Durchschnittlich reisen 180.000 Gäste jährlich in die Gemeinde Timmendorfer Strand. Im Jahr 2003 zählte man 202.000 Ankünfte, im Jahr 2005 waren es 196.000. Der Anteil ausländischer Gäste liegt zwischen 1 und 2 %, die durchschnittliche Aufenthaltsdauer bei 4,6 Tagen. Timmendorfer Strand gehört mit seinen 1,2 Millionen Übernachtungen jährlich zur Spitze der Region. Die Gäste kommen überwiegend aus Nordrhein-Westfalen (37,4 %) und Niedersachsen (18,23 %).

Quelle Wikipedia

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