Home » Ausflüge / Empfehlung » Niendorfer Hafen

Niendorfer Hafen

Geschichte

Der Niendorfer Hafen wurde in den Jahren 1920-22 künstlich durch Verbreiterung der Aalbeck geschaffen. Die im Jahre 1909 geschätzten Kosten von 700.000 Mark beliefen sich aufgrund der Inflation nachher auf rund 14,7 Mio. RM (1922). Durch diese Mehrkosten wurde der Hafen niemals so wie geplant gebaut. Am heute noch existierenden Alten Zollhaus war zunächst eine Klappbrücke vorgesehen, die jedoch nie realisiert werden konnte. Die Hafenwände wurden nicht durch Spundwände ausgekleidet, sondern mit Hilfe von Faschinen. Der Hafen war für eine Kapazität von 15 Motorbooten ausgelegt. Da keine Brücke zur Überquerung des Hafenbeckens vorhanden war, setzte der Hafenmeister die Fußgänger über. Dies tat er noch bis Anfang der 1970er Jahre. Im Jahre 1948 wurde das Hafenbecken des Niendorfer Yachtclubs angelegt. 1968, 1970 und 1977 wurden die Spundwände erneuert und das Innenhafenbecken vergrößert.
Die Trägerschaft des Hafens ging 1992 vom Kreis auf die Gemeinde Timmendorfer Strand über. 1994-96 entstand das Hafenbecken des Seglervereins Niendorf/Ostsee und das Clubhaus (Altes Zollhaus). Im Winter 2005/2006 wurde der Niendorfer Hafen grundsaniert. Die Hafenerneuerung und Deichschutzbaumaßnahmen, finanziert durch Gemeinde, Land und EU, kosteten ca. rund 5,5 Mio Euro.

Die Fischerei

Niendorfer Fischer Dezember 2010

Fischerei hat in Niendorf eine rund 300 Jahre alte Tradition. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs erfuhr die Niendorfer Fischerei mit 140 Fischkuttern (davon 15 Hochseekutter und 10 Flüchtlingsfischerfamilien) einen nie gekannten Höhepunkt. Es verdienten damit 1951 rund 175 Menschen ihren Lebensunterhalt. Damals wurden jährlich ca. 5.000 Tonnen Fisch angelandet. In den folgenden Jahren wurden die Fangerträge allerdings immer weniger. Die Flüchtlingsfischer wanderten teilweise ab oder gaben auf. Der größte Einbruch erfolgte Anfang der 1990er Jahre mit der Einführung von Fangquoten in der Ostsee: heute landen ca. 20 Niendorfer Fischer jährlich nur noch ca. 100 t Fisch an: 60 % Dorsch, 10 % Hering, der Rest sind Plattfische, Sprotten, Aale, Lachs und anderer Beifang. 

 

Personenschifffahrt

Die erste regelmäßig Niendorf anfahrende Schifffahrtslinie nahm 1876 ihren Betrieb auf. Sie verkehrte zwischen Neustadt in Holstein und Lübeck. Nachdem Travemünde an das Bahnnetz angeschlossen wurde, lohnte sich der Betrieb nicht mehr. Sie wurde deshalb 1882 eingestellt. Es dauerte 18 Jahre bis zur nächsten Schiffsanbindung. Von 1900 bis 1928 lief erneut ein Passagierschiff Niendorf an, ab 1909 entlud es seine Gäste an der seinerzeit neu erbauten Landungsbrücke. Nachdem Timmendorfer Strand 1928 seinen Bahnanschluss erhielt, wurde diese Verbindung ebenfalls eingestellt. Ab etwa 1930 gab es kleine Schiffe und Boote, die den Sommerfrischlern Ausflugsfahrten anboten. Auch nach dem Krieg blieben diese Verbindungen bestehen. Eine neue Blütezeit erlebten die Passagierfahrten, als in den 1970er Jahren neben den Ausflugsfahrten die sogenannten Butterfahrten mit angeboten wurden. Dabei fuhren die Schiffe außerhalb der 3-Meilen-Zone, um zollfreien Einkauf anzubieten. Ende der 1990er Jahre wurden solche Fahrten im Rahmen der Aufhebung der Zollschranken durch die EU beendet. Heute fahren sechs Ausflugsboote wieder zu normalen Preisen zu Bädern der Lübecker Bucht und bis nach Mecklenburg.

Yachtclubs

Der Niendorfer Hafen beheimatet zwei Yachtclubs sowie eine Jollenstation. Der Niendorfer Yachtclub (NYC), gegründet 1913 in Altona, besitzt seit 1948 ein eigenes Hafenbecken. Der Seglerverein Niendorf/Ostsee (SVNO) mit 60 Liegeplätzen befindet sich heute auf der Ostseite des Hafens. Er wurde 1974 durch Bemühungen des damaligen Hafenmeisters Eddie Stop ursprünglich an der Westseite des Niendorfer Hafens angesiedelt. Seit 1996 verfügt er auch über ein eigenes Clubhaus, das alte Zollhaus. Ebenfalls auf der Ostseite befindet sich die Segler-Gemeinschaft-Jollenstation (SGJ). 

Festivitäten

 

Jährlich im August finden die „Niendorfer Hafentage“ statt, Anfang Dezember wird „Fischers Wiehnacht“ gefeiert. Zu Fischers Wiehnacht kommen viele bekannte Gaffelsegler wie die „Krik Vig“ und die „Norden“. 

Besonderheiten

Der Hemmelsdorfer See sollte Napoleon I. als Kriegshafen dienen (siehe Lübecker Franzosenzeit). Er wurde umfangreich vermessen, die Pläne sind noch erhalten. Im Dritten Reich sollte der See als U-Boothafen dienen, auch als Flugboothafen. Vier im See versenkte Poller mit Stahlseil befinden sich im westlichen Teil des Flachsees (der nördliche Teil des Sees). Beide Pläne sind nicht ausgeführt worden. (Siehe Hauptartikel Hemmelsdorfer See)

• 2006 wurden die Fundamente von Panzersperren auf der Schleusenbrücke freigelegt.
• Vor dem Hafen gibt es eine kleine Bucht, die den Namen Schweinebucht trägt.

 

Quelle Wikipedia

Die  Textinhalte dieser Seite unterliegen den Lizenzbestimmungen von Wikipedia, GFDL.

Kommentare sind geschlossen.